Aktuelles
Heute möchten wir über den ersten Projektbesuch seit drei Jahren berichten.
Eine Gruppe von drei
Lehrern, zwei neue Mitglieder Isabelle Müller und Stephan Becker sowie Eve
Marie Borggrefe, und eine Gruppe von drei Handwerker, Markus Schipprack, Jürgen
Schaaf und zum ersten Mal dabei Patrick Ciblis, waren vom 9.1. - 17.1.2026 in
Dow-Bodié. Die Zeit war diesmal knapp bemessen. Zunächst gab es ein herzliches
Willkommen nach einer strapaziösen Hinreise. Besonders das letzte Drittel hatte
es in sich.
Die Handwerker
begannen sofort, den restlichen Containerinhalt zu sortieren und zu verteilen.
Dann wurde das von Termiten beschädigte Erdkabel durch ein termitensicheres
ersetzt, sodass in den Appartements der Mitarbeiter wieder Strom war. Auf
Wunsch der Imame bekam die Moschee eine kleine Solaranlage. Drei kleine
PV-Anlagen für die Lehrerwohnungen wurden ebenfalls installiert. Insgesamt gab es viele
Reparatur- und Installationsarbeiten. Besonders herausfordernd war der
Austausch der alten Kunststoff-Wassertanks gegen Tanks aus Edelstahl. Sonne und
Witterung hatten den Plastiktanks zugesetzt.
Die Aufgabe: Zwei 170 kg schwere
Edelstahlbehälter auf den ca. 7 Meter hohen Wasserturm zu hieven, nur mit einem
Flaschenzug und mehreren starken Männern. Nach einem Absturz - zum Glück ohne
großen Schaden - waren die Tanks an Ort und Stelle. Die Rohre für die Wasserverteilung, bisher aus
Kunststoff, wurden ebenfalls ausgetauscht. Auch die Wasseranschlüsse am
Kindergarten wurden repariert.
Neben Hospitationen an der Schule trat die Gruppe der Lehrer in eine intensive Kommunikation mit dem Kollegium vor Ort ein. Zeitweise war auch der Schulrat dabei, ein früherer Direktor unserer Schule. Bei diesem Gespräch wurden wichtige Informationen und Perspektiven ausgetauscht, auch für die Betreuung der älteren Mädchen. Hier soll es eine Vertrauensperson geben, die in Aufklärungsthemen mit der gebotenen Sensibilität beraten kann. Die regelmäßige Durchführung von Sportunterricht wurde besprochen. Zwischenzeitlich ist der Sportplatz von den SchülerInnen hergerichtet worden. Ein Erfolg ist der zunehmende Anteil an erfolgreichen Schulabschlüssen nach der 6. Klasse.
Der zweite Raum für die sechste Klasse, der wegen der vielen Jahrgangswiederholungen gebaut werden musste, konnte wieder geschlossen werden. Dieser Raum soll nun zu Fortbildungszwecken für die Lehrer genutzt werden. Die Lehrer haben während des Jahres zusätzlich die Möglichkeit, an Fortbildungen der Organisation „Lehrer ohne Grenzen" (GREF) teilzunehmen. In gewohnt aufgeräumtem Zustand präsentierte sich die Bibliothek.
Seit einigen
Monaten erhalten wir keine Reislieferungen mehr von PAM
(Welternährungsprogramm). Das ist vor allem den drastischen Kürzungen der
amerikanischen Geber im vergangenen Jahr geschuldet. Wir werden dies jetzt auf
Kosten des Vereins übernehmen. Etwa 300 SchülerInnen bekommen mittags eine
warme Mahlzeit, oft die einzige des Tages. Dies wird unsere laufenden Kosten
erhöhen, ist aber unverzichtbar. Hier vertrauen wir auf unsere großzügigen
Spender.
Am Ende des Aufenthaltes gab es ein ausgelassenes kleines Fest mit
Tanz und Musik.
Die Rückreise nach Conakry endete turbulent. Weil der Präsident am Tag darauf vereidigt werden sollte, gab es viele Sperrungen, besonders um den Flughafen herum. Kurzerhand buchte man auf einen Rückflug am gleichen Tag um. Nur mit viel Glück durften alle zu Fuß 500 Meter vor dem Flughafen mit ihrem Gepäck losziehen. Am Ende dieses Abenteuers sind alle heil und gesund und einen Tag früher als geplant in Deutschland gelandet.
Die Situation in Guinea nach der Präsidentenwahl ist im Moment ruhig. Die alte Regierung wurde durch neue Minister ersetzt. Im Gesundheitsministerium ist jetzt eine Frau an der Spitze. Wir sind gespannt, ob das unsere Chancen auf eine Zulassung, als Mediziner in Guinea zu arbeiten, erhöhen wird.
Dr. Monika Böske,
1. Vorsitzende Dr. Claudia Müller, Kassiererin
Fotos:
Fahrt nach Dow-Bodié. Schule und Lehrer. Kindergarten und Vorschule. Bibliothek. Fleißige Helfer. Montage der Photovoltaikanlagen. Verlegung der neuen termitensicheren Erdkabel. Austausch der Wassertanks. Zufriedene Gesichter. Unsere Schneiderin mit wunderschönen Kleidern. Mitarbeiter des Gesundheitszentrums.
