Aktuelles

Eigentlich wollten wir jetzt im November zu einem Projektbesuch in Dow-Bodié sein. Doch wir müssen uns an die neuen Vorschriften der Militärregierung halten. So dürfen wir zurzeit keinen Container mit Medikamenten schicken. Auch die Versendung von Medikamenten per Luftfracht ist untersagt. Eine Fortführung unserer Erlaubnis, generell einen Container zu schicken, wurde verlängert. Nun ist aber ein Genehmigungsverfahren zur Unterhaltung eines Gesundheitszentrums in Gang gesetzt worden, auch wenn wir seit über 20 Jahren ein solches in Dow-Bodié betreiben. Auch brauchen wir als ONG eine Erlaubnis, dort zu arbeiten.   Die jetzige Regierung will möglicherweise Ordnung in die auf sehr unterschiedliche Weise zustande gekommenen Projekte der letzten Jahre in Guinea bringen. Dies ist ein zäher Prozess, der viel Zeit und vor allem Nerven kostet. Besonders Frau Diallo, unsere Koordinatorin vor Ort, bekommt das zu spüren. Der guineische Zahnarzt Dr. Pathé Sow, der uns von Anfang an ärztlich und freundschaftlich begleitet hat, ist bereit, der ärztliche Gewährsmann bei dieser Beantragung zu sein.

Die Arbeit in Dow-Bodié geht trotz dieser Hemmnisse zuverlässig weiter. Konnte im letzten Jahr durch die Änderung der Prüfungsordnung für die Schulen keiner unserer Schüler den Abschluss machen, ein Problem im gesamten Land, sind es jetzt bei uns immerhin 12 SchülerInnen gewesen. Wir hatten ja einen weiteren Klassenraum gebaut, um die doppelte Anzahl der SchülerInnen der 6. Klasse unterbringen zu können. Auch konnten wir einen erfahrenen Lehrer für diese Klasse gewinnen, was offenbar jetzt Früchte trägt. Voll Freude erwähnen wir, dass einer unserer früheren Schüler jetzt als Lehrer in Dow-Bodié arbeitet.

Im Gesundheitszentrum läuft die Arbeit wie gewohnt zuverlässig. Es gehen jetzt aber einige Medikamente aus, die leider nicht alle im Land zu bekommen sind. Dies stellt eine belastende Situation für Patienten und das Team dar. Auch diesmal konnten zwei schwer erkrankte junge Männer durch den engen Kontakt zwischen Frau Diallo, guineischen Ärzten und uns behandelt werden. Wir hoffen, dass sich ihr Gesundheitszustand dauerhaft stabilisiert.

Die Schwesternschülerinnen haben ihr 3. Ausbildungsjahr begonnen. In den Ferien waren sie in verschiedenen Gesundheitszentren eingesetzt, auch in Dow-Bodié. Der Plan, auch Schüler aus dem Collège nach Labé zu einer Ausbildung zu schicken ähnlich wie die Schwesternschülerinnen, muss aufgrund der oben beschriebenen Situation noch warten. Auch unsere guineischen Initiatoren der Schule in Labé haben dieselben Probleme wie wir, eine Genehmigung zu bekommen.

Wir danken allen, die unsere Arbeit in Dow-Bodié unterstützen. Wir hoffen - ganz im adventlichen Sinne -, dass uns Gutes entgegenkommt und Vereinsmitglieder bald wieder die Arbeit in Guinea aufnehmen können.

Wir wünschen frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2024!

Dr. Monika Böske, 1. Vorsitzende                             Dr. Claudia Müller, Kassiererin

P.S.: Neue Fax-Nummer: 0931/6192430

Foto: Schwesternschülerinnen im dritten Ausbildungsjahr.