Aktuelles

Wir befänden uns in der Corona-Pandemie auf der letzten anstrengendsten Strecke eines Marathonlaufes, so war es in diesen Tagen vom Präsidenten des Robert-Koch-Institutes Herrn Wieler zu hören. Die wenigsten von uns haben für diese äußerst anspruchsvolle sportliche Disziplin je trainiert - und sollen doch möglichst alle durchhalten.
Fällt es uns schon zunehmend schwer, auf die besseren Zeiten zu hoffen und zu warten, wieviel mehr wird den Menschen in anderen Teilen der Welt abverlangt. In Guinea hat zusätzlich Ebola wieder Fahrt aufgenommen. Es seien inzwischen mehrer Erkrankte, bisher regional begrenzt auf Waldguinea. Allerdings ist auch Impfstoff unterwegs, sodass man hoffen darf, dass es keinen so schlimmen Ausbruch geben wird wie 2015.
Corona ist weiter präsent, die Infektionszahlen steigen, sodass die Quarantänestationen der Hauptstadt, in denen ganze Familien isoliert werden, voll sind.
Wenn man aufs Land fahren will, braucht man einen negativen Coronatest.
Seit etwa 2 Wochen gibt es ein Versammlungsverbot, eine Ausgangssperre. Dazu kommt eine weiterhin unsichere politische Lage.
Das Land hat noch immer seine Außengrenzen geschlossen - bis auf wenige Ausnahmen. Die Infrastruktur ist auf keinen Fall besser geworden. Es werden derzeit weder Straßen repariert noch gebaut. Der tägliche Lebensunterhalt wird zunehmend teurer. Bis neue Ansätze der Regierung zur Disziplinierung ihrer Mitarbeiter und die Einbindung junger zurückgekehrter Guineer in z.B. den Straßenbau Erfolg zeigen, wird Zeit vergehen. Dies ist für die Menschen dort ein viel längerer Langlauf ohne eine konkrete Perspektive auf Verbesserung der Lebenssituation.
Wir sind froh und dankbar, dass es in Dow-Bodié sehr gut läuft. Schule, Gesundheitszentrum, Nähwerkstatt, der ganze Betrieb funktioniert reibungslos. Djiwo Diallo hält täglich Kontakt, besorgt alles, was fehlt, so es in der Hauptstadt zu bekommen ist. Inzwischen wurde ein kleineres Auto angeschafft, um Kurierfahrten zu bewerkstelligen, eine nach wie vor tagelange riskante Unternehmung. Unsere Pakete mit Medikamenten und Material konnten per Flugzeug versandt werden und sind in Dow-Bodié gut angekommen.
Sorgen macht uns die Photovoltaikanlage. Die Batterien sind in die Jahre gekommen. Mit stark verbesserter digitaler Vernetzung von Deutschland ins Dorf konnten die dortigen Mitarbeiter zusammen mit unserem Vereinsmitglied und Elektrotechniker Markus Schipprack und Mariama Siani Kemeni als Übersetzerin die defekten Batterien überbrücken. Die Kabel dafür wurden über einen persönlichen Kurier im Koffer nach Guinea mitgenommen.
Momentan wird über die Erneuerung der Batterien, die Entsorgung der alten Batterien und verschiedene weitere künftige Projekte im Bereich der Technik beraten.
Anfang des Jahres 2021 konnte wegen der Corona-Pandemie kein Projektbesuch stattfinden.
Der nächste Arbeitseinsatz ist für Anfang 2022 geplant. Wir alle bedauern diese Zwangspause.
Aber wir können dadurch erleben, dass unser Projekt lebendig ist, auch wenn wir es momentan nur aus der Ferne begleiten können. Wir hoffen, in absehbarer Zeit einen Container schicken zu können, voll mit den wichtigen Materialien für unsere Arbeit vor Ort.


Wir wünschen ein frohes Osterfest!


Dr. Monika Böske, 1. Vorsitzende                           Dr. Claudia Müller, Kassiererin