2026-1: Wasser, Abwasser

Wegen politischer Vorgaben der Guineischen Regierung konnten in den letzten drei Jahren keine Projektbesuche stattfinden. Umso mehr freuen wir uns, dass ein Besuch im Januar wieder möglich war.
Am 09. Januar machten sich folgende Vereinsmitglieder auf den Weg nach Dow-Bodié: Stephan Becker (Mittelschullehrer), Eve Marie Borggrefe (Grund- und Hauptschullehrerin), Patrick Ciblis (Anlagenmechaniker, Kundendienstleiter SHK, Energieberater), Isabelle Müller (Grundschullehrerin), Jürgen Schaaf (Heizungs- und Sanitärinstallateur) und Markus Schipprack (Elektrotechniker). Isabelle Müller, Stephan Becker und Patrick Ciblis waren das erste Mal dabei. Rückreise am 16.01.2026.


Nachdem die Techniker sich in der Halle eine Übersicht verschafft und vieles auf- und weggeräumt hatten, begann Jürgen Schaaf mit den Vorbereitungen für den nächsten Tag. Patrick Ciblis nutzte die Gelegenheit und besuchte mit den anderen den Markt in Bodié. Insbesondere für diejenigen, die das erste Mal mitgereist waren, war der Besuch ein besonderes Erlebnis.
Am nächsten Tag sollten die neuen Wassertanks installiert und in Betrieb genommen werden. Dies war umso dringlicher, weil am Montag bei Beginn des Schulbetriebs die Wasserversorgung sichergestellt sein sollte.

Der Austausch der Wassertanks war Schwerstarbeit. Zunächst wurden die alten Kunststofftanks gereinigt, demontiert und mit einem Seilzug vom Wasserturm hinuntergelassen.
Anschließend wurden die beiden neuen Edelstahltanks, die je 170 kg wiegen, mit demselben Seilzug auf den Wasserturm befördert. Hier waren alle starken Männer gefragt. Markus Schipprack und Boubacar unterbrachen ihre Arbeit und halfen bei dieser Aktion mit. Diese Unternehmung verlief nicht so reibungslos wie erwartet. Beim Hochziehen des ersten Tanks riss das Seil und der Tank stürzte zu Boden. Das war natürlich ein Schock für alle Beteiligten. Alle waren jedoch froh, dass keiner zu Schaden gekommen war. Auch der Tank wies zunächst keine sichtbaren Schäden auf. Bei der Endmontage am nächsten Tag zeigte sich jedoch, dass der Tank so verzogen war, dass die Bohrlöcher des Deckels nicht mehr passten. Jürgen Schaaf und Patrick Ciblis versuchten mit den vorhandenen Bohrern die Bohrlöcher zu vergrößern. Es wollte jedoch nicht gelingen. Die vorhandenen Bohrer waren nicht edelstahltauglich. Letztendlich war der Dorfschmied die Rettung. Der erweiterte die Löcher mit Dorn und großem Hammer. Geschafft!

Die Edelstahltanks wurden zuvor mit dem neuen Hochdruckreiniger gesäubert. Bappa freute sich über dieses neue Gerät und putzte, wie Markus Schipprack notierte: „die Behälter und den Himmel."
Zwei der vorhandenen Kunststofftanks wurden zwar für den Notfall wieder mit eingebunden, aber nicht mit Wasser befüllt.
Da die Kunststofftanks lichtdurchlässig sind, war es zu einem starken Algenwachstum in den Behältern gekommen. Dies führte zu einer mikrobiologischen Belastung des Trinkwassers.
Auch wenn nicht zu erwarten ist, dass es in den Edelstahltanks zu einem Algenwachstum kommt, sollen die Tanks zweimal pro Jahr gereinigt werden, zumal die Tauchpumpe neben dem Wasser noch etwas feinen Sand in die Behälter befördert.

Auch am nächsten Tag gab es viel zu tun. Die Wasserverteilung im Verteilerhäuschen wurde erneuert. Die Kunststoffrohre wurden durch Edelstahlrohre ersetzt. Die Arbeit war sehr schweißtreibend, weil es in dem kleinen Gebäude sehr warm und schwül war.

Seit Jahren gibt es eine Druckerhöhungspumpe für das Gesundheitszentrum, die Waschmaschine braucht einen gewissen Wasserdruck, sonst läuft sie nicht. Eine ähnliche Pumpe wäre für die Wasserversorgung der Schule und der Lehrerwohnungen zweckmäßig, weil in diesen Gebäuden der Wasserdruck relativ niedrig ist. Die unterschiedlichen Wasserdruckverhältnisse in den einzelnen Gebäuden sind bedingt durch das ansteigende Gelände.

Zahlreiche weitere Reparaturarbeiten wurden in den verbleibenden Tagen durchgeführt. So wurde zum Beispiel der Wasseranschluss am Kindergarten instandgesetzt. Darüber freuten sich die Kinder natürlich sehr. Fließendes Wasser ist das Highlight.
Dank des neuen Hochdruckreinigers konnten alle öffentlichen Sanitärzellen gründlich gereinigt werden, ebenso die Sanitärzellen der Lehrerwohnungen.
Es wurde eine Hausordnung erstellt und festgelegt, wann welche Sanitärzellen zu reinigen sind.
Am Tag vor der Abreise wurde aufgeräumt und alle Werkzeuge wieder ins Magazin gebracht.

Dann wurde eine Liste erstellt, welche Materialien bis zum nächsten Arbeitseinsatz besorgt werden müssen.


Fotos:

Sanitärzelle im Gästehaus. Austausch der Rohre im Wasserverteilerhäuschen. Austausch der Wassertanks auf dem Wasserturm. Reparatur und Reinigung der Sanitärzellen. Zufriedenen Gesichter nach getaner Arbeit. Kinder freuen sich über fließendes Wasser. Blick vom Wasserturm. Gruppenfoto.